Argumente für den Biolandbau

Der Bioland bietet vielfältige Vorteile:

Tierwohl, Boden- und Klimaschutz, Gentechnickfreiheit und sichere Lebensmittel, um nur einige zu nennen. Vieles spricht also für den Kauf von Biolebensmitteln und die Unterschützung der biologischen Landwirtschaft.

Eine Auswahl von guten Gründen ist hier zusammengetragen. Im ausfürhlichen Dokument "100 Argumente für den Biolandbau" finden Sie diese und weitere Gründe, belegt mit Forschungsberichten, Bioverordnungen und - richtlinien. Sie können diese und eine kürzere Variante unter www.argumente.fibl.org herunterladen.

1 Bio ist wirklich Bio
Der Begriff «Bio» ist gesetzlich geschützt. Nur wenn die Anforderungen der Bioverordnung erfüllt sind, darf ein
Lebensmittel als Bio verkauft werden. Biobetriebe sind gut kontrolliert. Sie werden mindestens einmal jährlich ausführlich kontrolliert.

2 Bio ist konsequent
Der Biohof ist eine ganze Sache. Jeder Schweizer Biohof muss als Ganzes biologisch wirtschaften.* Jeder neue Biohof geht zwei Jahre in Umstellung. Es gelten dann bereits alle Biovorschriften.

3 Mit Bio auf der sicheren Seite
Bioprodukte enthalten weniger Pestizidrückstände. Bei Bioobst und -gemüse durchschnittlich 180-mal weniger als bei den konventionellen Produkten. Biopflanzen werden vor chemisch-synthetischen Mitteln verschont.
Chemisch-synthetische Pflanzen-schutzmittel sind im Biolandbau generell verboten.

4 Biolebensmittel sind besonders
Biolebensmittel enthalten weniger Zusatzstoffe. Während nach der Schweizer Zusatzstoffverordnung über 300 Zusatzstoffe zugelassen sind, sind es laut Bio-Verordnung 48 und bei Knospe-Produkten 31.

5 Bio ist gehaltvoller
Bioobst und -gemüse enthalten mehr Antioxidantien. In Biolebensmitteln ist der Gehalt an Antioxidantien bis zu 69% höher als in konventionellen.

6 Bio arbeitet ohne Gentechnik
Gentechnisch veränderte Pflanzen, Tiere und Hilfsstoffe sind verboten. Gentechnik widerspricht dem Grundsatz des Biolandbaus, möglichst natürlich zu produzieren.

7 Biotiere haben es besser
Biotiere sind an der frischen Luft. Für alle Biotiere ist Auslauf und/oder Weide Vorschrift.
Besseres Wohlbefinden bei Biorindern.
Bei Weide- und Auslaufhaltung zeigen sich deutliche Effekte beim Wohlbefunden der Rinder.

8 Weniger Schulmedizin bei Biotieren
Kranke Tiere werden mit natürlichen Mitteln behandelt. Biobauern und deren Tierärzte setzen in erster Linie natürliche Mittel und Komplementärmedizin ein.

9 Bio fördert Biodiversität
Mehr Biodiversität auf Biobetrieben.
Biobetriebe beherbergen 30% mehr Arten und 50% mehr Individuen. Bioäcker bringen einen Mehrwert für die stark gefährdete Ackerflora. Im Biofeld wachsen neunmal mehr Beikrautarten als auf integriert bewirtschafteten Feldern. Auf Bioflächen wurden zudem deutlich mehr Pflanzenarten nachgewiesen, die durch Insekten bestäubt werden. Biobauern erhalten und schonen wichtige Blütenbestäuber. Viele der Tiere, die Blüten befruchten, sind weltweit in ihrer Existenz bedroht. Dazu gehören Wild- und Honigbienen und weitere Insekten.
Vögel profitieren vom ganzheitlichen Ansatz im Biolandbau. Untersuchungen belegen eine bis zu sechsmal höhere Anzahl Brutreviere und eine bis zu achtfach erhöhte Populationsdichte von Feldvögeln auf Biohöfen.

10 Bio pflegt den Boden
Bodenfruchtbarkeit ist im Biolandbau zentral für Pflanzenernährung und -gesundheit. Der Aufbau von Bodenfruchtbarkeit führt zu erhöhter Stabilität, welche die Anpassungsfähigkeit der Böden verbessert.
Bioböden haben eine bessere Struktur. Sie verschlämmen und erodieren weniger stark aufgrund längerer Begrünung, organiischer Düngung sowie höherer bioloischer Aktivität.
In Bioböden leben viele Bodenlebewesen. Eine erhöhte biologische Aktivität verbessert die Bodenfruchtbarkeit und begünstigt die Schädlingskontrolle.

11 Bio schützt Wasser und Gewässer
Biolandbau schont das Grundwasser. Denn Biobauern verwenden keine chemisch-synthetischen Pestizide und Wachstumsregulatoren.
Biolandbau schont Flüsse und Seen. Im Umfeld von biologisch bewirtschafteten Ackerflächen sind die Gewässer weniger mit Pflanzenschutzmitteln belastet.
Weniger Nitratauswaschungen durch Biolandbau. Schnelllösliche Mineraldünger führen zu schädlichen Nitratauswaschungen in Grundwasser und Oberflächengewässer. Diese sind im Biolandbau nicht zugelassen.

12 Bio spart Energie
Biolandbau ist energieeffizienter. Die Herstellung von Stickstoff-, Kalium- und Phosphordüngern und von Pestiziden braucht fossile Energie. Biobetriebe verwenden diese Stoffe nicht oder nur begrenzt.
Bioprodukte haben die bessere Energiebilanz. Nicht nur auf die Fläche sondern auch auf die Produktmenge bezogen, weist der Biolandbau bei einer Vielzahl von Produkten die bessere Energiebilanz auf.

13 Bio ist gut für das Klima
Bioackerböden binden mehr CO2. Durch weite Fruchtfolgen mit mehrjährigem Kleegras und konsequenter Rückführung der organischen Substanz durch Düngung mit Mist.
Biolandbau reduziert klimarelevante Spurengase. Im Biolandbau wird weniger Stickstoff gedüngt. Deshalb reduziert sich das Risiko hoher Spurengasfreisetzungen in Form von N2O aus dem Boden.

14 Bio ist sozial
Bio schont die Gesundheit der Bauern und der Gesellschaft. Zahlreiche Studien zeigen Hinweise auf Zusammenhänge von Pestiziden und Krankheiten.
Biolandbau schafft Arbeitsplätze. Durch den höheren Aufwand und den hohen Anteil handwerklicher Arbeiten werden im Biolandbau zusätzliche Arbeitsplätze bereitgestellt.

15 Bio leistet gesellschaftlichen Mehrwert
Bioförderung ist effizienter Umweltschutz. Der Biolandbau führt zu Verbesserungen in einer Reihe von Umweltindikatoren.
Bio senkt gesellschaftliche Folgekosten der Landwirtschaft. Laut Modellrechnungen könnten bei einer Umstellung auf 100% Biolandwirtschaft jährlich ein Drittel der externen Kosten der Landwirtschaft eingespart werden.

16 Bio ist wertvoll für die Welternährung
Biolandbau kann die Erträge in Entwicklungsländer deutlich steigern. Eine Metastudie über Vergleichsversuche in 53 Ländern zeigt in Entwicklungsländern um 80 % höhere Erträge bei biologischem Anbau.
Biolandbau hat ein gutes Gleichgewicht zwischen Produktivität und Umwelt- resp. Ressourcenschutz. Dadurch hat er das Potenzial, langfristig die globalen Ernährungsgrundlagen zu sichern.
Bio sichert Unabhängigkeit der Bauern. Biologische Anbausysteme, die ohne den Zukauf von synthetischen Düngern und Pestiziden auskommen, senken die Abhängigkeit gegenüber Agrarkonzernen deutlich.

Die Herausgabe dieses Flyers wurde unterstützt durch Attitude Bio (Plan les Ouates), Bioaktuell (Basel), BioConsommActeurs (Essertines-sur-Yverdon), Biofarm (Kleindietwil), Bionetz (Langenthal), Biopartner (Seon), Bio Suisse (Basel), Demeter (Liestal), Horai (Bern) und Somona (Dulliken).

Die Erstellung dieses Flyers und der Publikation «100 Argumente für den Biolandbau» wurde unterstützt durch die Stiftung Sur-La-Croix.